Das Horn ist eines der ältesten und vielfältigsten Instrumente. Vom Spielen größerer Muschelgehäuse und dem Gehörn von Tieren bis zu unserem heutigen üblichen Doppelhorn war es ein langer Entwicklungsweg. Galten die Horn-Instrumente früher als Signal- und Alarminstrumente, so hat es sich heutzutage dann doch durchgesetzt, sie als Musikinstrumente einzusetzen.

Im Barock fanden die Jagdhörner Einzug in die damaligen Orchester. Es waren noch Naturhörner, also ganz ohne Ventile. Sie wurden in verschiedenen Stimmungen gebaut, um in den unterschiedlichen Tonarten spielen zu können.

Der nächste Schritt in der "Horn-Evolution" waren die sogannten "Inventionshörner". Es waren immer noch Naturhörner, die jetzt aber mit Hilfe sogenannter Inventionsbögen umgestimmt werden konnten. Mozart schrieb für diese Hörner seine Solo-Konzerte.

1815 wurde von Heinrich Stölzel der Ventilmechanismaus erfunden und 1818 als Patent angemeldet. Nun konnte auf dem Horn chromatisch gespielt werden, was auf den Naturhörnern nur durch die sogenannte Stopf-Technik möglich war. Bei der Stopftechnik führte man die rechte Hand unterschiedlich weit in den Schallbecher und veränderte somit die Tonhöhe. Die neu entwickelten Ventilhörner benötigten aber eine lange Anlaufphase, denn Komponisten wie Carl Maria von Weber und Johannes Brahms konnten sich mit dem ebenfalls veränderten Klang nicht so recht anfreunden.

Das moderne Horn findet man heutzutage in Sinfonie- und Blasorchestern, in der Kammermusik , in Blechbläsernensembles und vielen anderen Formationen.

Die klangliche und dynamische Vielfalt des Waldhornes ist enorm. Von einem weichen gesanglichen Ton bis hin zum mächtigen und heroischen Klang ist auf dem Horn alles machbar.

Namhafte Komponisten, allen voran W. A. Mozart und R. Strauss, gefolgt von R. Schuhmann, A. Rosetti, J. Haydn, R. Gliere und P. Hindemith, haben für den Hornisten und Zuhörer anspruchsvolle Solo-Werke geschaffen.

Neugierigen, die mehr über die Geschichte des Hornes wissen möchten, ist das Buch " Das Horn " von K. Janetzky und B. Brüchle zu empfehlen.